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Einblick

Begriffswelt

Ein-Satz-Glossar

Begriffe sind Brücken der Verständigung. Mit der Zeit wird hier ein immer größerer Auszug aus der Begriffswelt von THE AND & FRIENDS einsehbar.

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Es gibt 101 Namen in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben D beginnen.
Daimonion
Das Daimonion ist ein inneres göttliches Mahn- oder Warnzeichen, das insbesondere bei Sokrates als Stimme des Gewissens oder als göttliche Instanz beschrieben wird, die moralische Entscheidungen lenkt.

Dammbruchargument
Das Dammbruchargument ist eine Argumentationsfigur, die darauf hinweist, dass eine scheinbar harmlose Handlung oder Entscheidung zu einer unaufhaltsamen Kette weiterer, oft unerwünschter Konsequenzen führen kann, weshalb bereits der erste Schritt vermieden werden sollte.

Dämonische, das
Das Dämonische bezeichnet in der Philosophie eine undurchschaubare, irrationale oder übernatürliche Kraft, die das menschliche Handeln beeinflussen und sich dem rationalen Zugriff entziehen kann, wie sie etwa bei Goethe oder Kierkegaard thematisiert wird.

Dào
Der Begriff Dào (Tao) bezeichnet im Daoismus das grundlegende Prinzip des Kosmos, das als Weg oder Gesetz der Natur verstanden wird und sowohl Ursprung als auch Ordnung aller Dinge umfasst.

Daoismus
Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Religion, die auf den Lehren des Laozi und Zhuangzi basiert und das Leben im Einklang mit dem Dào sowie die Kultivierung von Natürlichkeit und Spontaneität betont.

Darstellung, Darstellungssystem
Ein Darstellungssystem ist in der Philosophie ein strukturiertes System von Zeichen, Symbolen oder Begriffen, das dazu dient, Gegenstände, Sachverhalte oder Zusammenhänge abzubilden und verständlich zu machen.

Darwinismus
Darwinismus bezeichnet die auf Charles Darwin zurückgehende Theorie der biologischen Evolution durch natürliche Selektion, die auch philosophische Debatten über Natur, Zufall und Zweckmäßigkeit beeinflusst hat.

Dasein
Dasein ist ein zentraler Begriff der Existenzphilosophie, insbesondere bei Heidegger, der das menschliche Sein als bewusstes, in der Welt befindliches und zu sich selbst verhaltendes Existieren beschreibt.

De re/de dicto/de se
Die Unterscheidung zwischen de re, de dicto und de se bezieht sich auf verschiedene Arten, wie Aussagen auf Gegenstände (de re), Aussagen (de dicto) oder das Selbst (de se) Bezug nehmen können, was für die Analyse von propositionalen Einstellungen bedeutsam ist.

Deduktion
Beim deduktiven Schlussfolgern wird von einem Fall und einer Regel durch die Anwendung der Regel auf ein Resultat geschlossen; bspw. wenn es regnet (Fall) und es allgemein gilt, dass bei Regen das Grass nass wird (Regel), dann ist es wahrscheinlich, dass das Gras jetzt nass ist (Resultat) (vgl. Abduktion, Induktion).

Deduktiv-nomologisch
Das deduktiv-nomologische Modell ist ein wissenschaftstheoretisches Erklärungsmodell, bei dem ein zu erklärendes Phänomen durch deduktive Ableitung aus allgemeinen Gesetzesaussagen und Randbedingungen erklärt wird.

Deduktivismus
Deduktivismus ist die erkenntnistheoretische Position, dass wissenschaftliche Erkenntnisse vor allem durch deduktive Schlüsse aus allgemeinen Prinzipien gewonnen werden sollen.

Definiendum
Das, was mit Hilfe des Definiens definiert wird (vgl. Definiens).

Definiendum – Definiens
Die Begriffe Definiendum und Definiens bezeichnen in der Definitionstheorie das zu Definierende (Definiendum) und das Definierende, also die erklärenden Bestandteile der Definition (Definiens).

Definiens
Das, mit dessen Hilfe das Definiendum definiert wird (vgl. Definiendum).

Definierbar, Definierbarkeit
Definierbarkeit ist die Eigenschaft eines Begriffs oder Ausdrucks, durch eine Definition eindeutig und präzise bestimmt werden zu können.

Definition
Eine Definition ist eine sprachliche Festlegung des Bedeutungsinhalts eines Begriffs, die dessen Wesen oder Gebrauch explizit bestimmt.

Definition, Nominal-
Mit einer Nominaldefinition wird festgelegt, wie ein neues Wort verwendet wird (vgl. Definition, Real-).

Definition, Real-
Mit einer Realdefinition wird die Bedeutung eines bereits bekannten Wortes weiter spezifiziert (vgl. Definition, Nominal-).

Definitionslehre
Die Definitionslehre ist der Teil der Logik oder Sprachphilosophie, der sich mit den Regeln, Formen und Problemen des Definierens von Begriffen beschäftigt.

Deismus
Deismus ist eine philosophische Position, die davon ausgeht, dass Gott die Welt erschaffen hat, sich aber nach deren Schöpfung nicht mehr in deren Ablauf einmischt.

Dekonstruktion
Dekonstruktion ist eine von Jacques Derrida entwickelte Methode der Text- und Begriffsanalyse, die darauf abzielt, verborgene Widersprüche und Mehrdeutigkeiten in philosophischen und literarischen Texten aufzudecken.

Demiurg
Der Demiurg ist in der antiken Philosophie, insbesondere bei Platon, ein göttlicher Weltschöpfer, der das Chaos nach bestimmten Ideen ordnet, jedoch nicht als allmächtiger Gott verstanden wird.

Demokratie
Demokratie ist eine Herrschaftsform, in der die politische Macht vom Volk ausgeht und durch freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit und Beteiligung der Bürger legitimiert wird.

Demonstratio propter quid
Die Demonstratio propter quid ist in der aristotelischen Logik ein Beweis, der von einer bekannten Ursache auf eine bekannte Wirkung schließt und somit das Warum eines Sachverhalts erklärt.

Demonstratio quia
Die Demonstratio quia ist ein Beweistyp, bei dem von einer bekannten Wirkung auf eine unbekannte Ursache geschlossen wird, wodurch das Dass eines Sachverhalts festgestellt wird.

Demonstrativausdruck
Ein Demonstrativausdruck ist ein sprachlicher Ausdruck wie „dieser“ oder „jene“, der auf einen bestimmten Gegenstand in einer bestimmten Situation verweist und dessen Identifikation kontextabhängig ist.

Demut
Demut ist eine ethische Haltung, die sich durch Bescheidenheit, Selbstzurücknahme und die Anerkennung eigener Grenzen gegenüber anderen Menschen oder dem Göttlichen auszeichnet.

Denken
Denken ist der geistige Prozess, durch den Begriffe, Urteile und Schlüsse gebildet werden, wobei das Bewusstsein aktiv mit Vorstellungen, Erinnerungen und Überlegungen operiert.

Denken, laterales
Ein Denken, bei dem vertraute bzw. typische Gegebenheiten mit unvertrauten bzw. untypischen Gegebenheiten in Beziehung gesetzt werden mit dem Ziel, kreative Entwicklungen zu fördern.

Denken, vernetztes
Ein Denken, bei dem das Zusammenspiel der Wirkungszusammenhänge in einem ausgewählten System erkundet wird.

Denkform
Eine Denkform ist eine grundlegende Struktur oder Kategorie des Denkens, die das Erfassen, Ordnen und Verarbeiten von Erfahrungen und Begriffen ermöglicht.

Denkgesetz
Denkgesetze sind grundlegende logische Prinzipien wie der Satz vom Widerspruch oder vom ausgeschlossenen Dritten, die als unverzichtbare Regeln für korrektes Denken gelten.

Denkökonomie
Denkökonomie bezeichnet das Prinzip, nach dem das Denken und Erkennen möglichst einfach, effizient und ohne unnötigen Aufwand organisiert werden soll.

Denotation
Denotation ist die direkte, begriffliche Bezugnahme eines sprachlichen Ausdrucks auf einen bestimmten Gegenstand oder Sachverhalt in der Welt.

Deontik
Deontik ist der Teilbereich der Logik und Ethik, der sich mit normativen Begriffen wie Pflicht, Erlaubnis und Verbot sowie deren logischen Beziehungen beschäftigt.

Deontologisch
Deontologisch bezeichnet eine ethische Theorie, die die moralische Bewertung von Handlungen anhand von Pflichten und Regeln und nicht anhand der Konsequenzen vornimmt.

Dependenz
Eine Dependenz besteht, wenn eine Größe von einer anderen abhängig ist (vgl. Interdependenz).

Desiderium naturale
Desiderium naturale ist das natürliche Verlangen des Menschen nach Wissen, Wahrheit oder nach dem Göttlichen, das als grundlegende Antriebskraft menschlichen Strebens verstanden wird.

Designat
Designat ist in der Sprachphilosophie dasjenige Objekt oder der Sachverhalt, auf den sich ein sprachlicher Ausdruck tatsächlich bezieht.

Designieren, Designator, Designat
Designieren bezeichnet den Akt des Bezeichnens, wobei ein Designator ein sprachlicher Ausdruck ist, der auf ein bestimmtes Designat, also einen Gegenstand oder Sachverhalt, verweist.

Deskription, deskriptive Methode
Eine Deskription ist die möglichst genaue und wertfreie Beschreibung eines Gegenstandes oder Sachverhalts, wobei die deskriptive Methode in der Philosophie darauf abzielt, Phänomene ohne normative Wertung zu erfassen.

Deskriptiv
Deskriptiv bezeichnet Aussagen oder Methoden, die sich auf die Beschreibung und Feststellung von Tatsachen und nicht auf deren Bewertung oder Veränderung richten.

Deskriptive Zeichen
Deskriptive Zeichen sind sprachliche oder symbolische Ausdrücke, die dazu dienen, Eigenschaften oder Merkmale von Gegenständen oder Sachverhalten zu beschreiben.

Deskriptiver Fehlschluss
Ein deskriptiver Fehlschluss liegt vor, wenn aus rein beschreibenden Aussagen unzulässigerweise normative oder wertende Schlüsse gezogen werden.

Despotie
Despotie ist eine Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe uneingeschränkte und willkürliche Macht über die Untergebenen ausübt, ohne rechtliche oder institutionelle Bindungen.

Destruktion
Destruktion ist ein von Heidegger geprägter philosophischer Begriff, der die kritische Auflösung und Überwindung tradierter Begriffs- und Denksysteme zugunsten einer ursprünglicheren Sichtweise bezeichnet.

Determination
Determination bezeichnet in der Philosophie die Bestimmtheit oder Festlegung eines Gegenstandes oder Sachverhalts durch bestimmte Merkmale, Bedingungen oder Ursachen.

Determinismus/Indeterminismus
Determinismus ist die Auffassung, dass alle Ereignisse durch vorhergehende Ursachen notwendig bestimmt sind, während der Indeterminismus die Möglichkeit von Zufall und Freiheit im Weltgeschehen betont.

Deus absconditus
Deus absconditus bezeichnet in der Theologie und Philosophie die Vorstellung eines verborgenen oder unerkennbaren Gottes, der sich dem menschlichen Verstehen und Zugriff entzieht und dessen Wesen letztlich im Geheimnis bleibt.

Deus ex machina
Deus ex machina ist ein aus der antiken Dramentheorie stammender Begriff, der in der Philosophie für eine unerwartete, von außen kommende Problemlösung oder Erklärung steht, die nicht aus der inneren Logik des Systems hervorgeht.

Deus sive natura
Deus sive natura ist eine von Spinoza geprägte Formel, die Gott und Natur als identisch auffasst und damit einen pantheistischen Gottesbegriff etabliert, bei dem Gott in allem Seienden gegenwärtig ist.

Deutscher Idealismus
Der Deutsche Idealismus ist eine philosophische Strömung des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, die insbesondere mit Kant, Fichte, Schelling und Hegel verbunden ist und das Primat des Geistes sowie die Konstitution der Wirklichkeit durch das Subjekt betont.

Dezision, Dezisionismus
Dezisionismus ist eine philosophische Position, die die Letztbegründung von Normen, Werten oder Entscheidungen auf einen willkürlichen, nicht weiter begründbaren Akt der Entscheidung (Dezision) zurückführt.

Dharma
Dharma bezeichnet im indischen Denken, insbesondere im Hinduismus und Buddhismus, das universelle Gesetz oder die ethische Ordnung, die das richtige Handeln und die kosmische Ordnung bestimmt.

Diachronie/Synchronie
Die Unterscheidung zwischen Diachronie und Synchronie stammt aus der Sprachwissenschaft und Philosophie und bezeichnet die Betrachtung von Phänomenen in ihrer zeitlichen Entwicklung (diachron) oder in ihrem gleichzeitigen Zustand (synchron).

Diagramm
Ein Diagramm ist eine graphische Darstellung von Zusammenhängen, Relationen oder Strukturen, die in der Philosophie als Mittel der Veranschaulichung und Analyse komplexer Sachverhalte dient.

Dialektik
Erkenntnismethode, die auf dem Weg der Gegenüberstellung gegensätzlicher Positionen zur Wahrheitsfindung kommen will.

Diallele
Eine Diallele ist ein logischer Zirkel, bei dem eine Aussage oder ein Beweis sich letztlich auf sich selbst stützt, was in der Philosophie als Fehlschluss oder Problem der Begründungskette diskutiert wird.

Dialog
Dialog bezeichnet in der Philosophie eine Form des Gesprächs oder Austauschs, in dem durch wechselseitiges Fragen, Antworten und Argumentieren Erkenntnis gewonnen oder vertieft werden soll, wie es etwa bei Platon grundlegend ist.

Dialogphilosophie
Dialogphilosophie ist eine philosophische Richtung, die die dialogische Beziehung zwischen Ich und Du als Grundstruktur des Menschseins und der Erkenntnis betrachtet, wie sie besonders von Martin Buber und Franz Rosenzweig vertreten wird.

Dichotomie
Dichotomie ist die Einteilung eines Begriffsbereichs in zwei sich gegenseitig ausschließende und gemeinsam erschöpfende Teile, was in der Philosophie als Methode der Begriffsanalyse und -bestimmung dient.

Dictum de omni et nullo
Dictum de omni et nullo ist ein aristotelisches logisches Prinzip, das besagt, dass das einem Ganzen zukommende Prädikat auch allen Teilen zukommt (de omni) bzw. nicht zukommt (de nullo), und das für syllogistische Schlüsse grundlegend ist.

Differentia specifica, accidentalis, numerica
Differentia specifica, accidentalis und numerica sind philosophische Begriffe zur Unterscheidung von Arten (spezifische Differenz), zufälligen Eigenschaften (akzidentielle Differenz) und individueller Verschiedenheit (numerische Differenz) von Gegenständen oder Begriffen.

Differenz
Differenz bezeichnet in der Philosophie das Prinzip oder die Eigenschaft der Verschiedenheit, durch die sich Begriffe, Dinge oder Sachverhalte voneinander abgrenzen und definieren lassen.

Differenz, ontologische
Ontologische Differenz ist ein von Heidegger geprägter Begriff, der die Unterscheidung zwischen dem Sein (als solchem) und dem Seienden (den konkreten Dingen) beschreibt und als Grundfrage der Ontologie gilt.

Differenz, theologische
Theologische Differenz bezeichnet die Unterscheidung zwischen Gott und Welt beziehungsweise zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf, die in der Religionsphilosophie und Theologie eine zentrale Rolle spielt.

Dihairesis
Dihairesis ist ein von Platon und Aristoteles verwendetes Verfahren der Begriffsanalyse, bei dem ein Begriff durch wiederholte Zweiteilung (Dichotomie) in seine wesentlichen Merkmale zerlegt wird.

Dike
Dike ist ein aus der griechischen Philosophie stammender Begriff für Gerechtigkeit oder Ordnung, wobei er sowohl die menschliche Rechtschaffenheit als auch die kosmische Ausgewogenheit bezeichnen kann.

Diktatur
Diktatur ist eine Herrschaftsform, in der eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe unbeschränkte politische Macht ausübt, wobei demokratische Prinzipien und rechtsstaatliche Sicherungen außer Kraft gesetzt sind.

Dilemma
Ein Dilemma ist eine Entscheidungssituation, in der zwischen zwei (oder mehreren) gleichermaßen problematischen oder unerwünschten Alternativen gewählt werden muss, was zu einem logischen oder ethischen Konflikt führt.

Ding
Der Begriff Ding bezeichnet in der Philosophie einen Gegenstand oder ein Seiendes, das unabhängig von seiner subjektiven Wahrnehmung existiert, wobei die Frage nach seinem Wesen zentral für die Ontologie ist.

Ding an sich
Das Ding an sich ist ein von Kant eingeführter Begriff für dasjenige, was unabhängig von aller menschlichen Erkenntnis und Anschauung existiert, dessen Wesen aber dem erkennenden Subjekt grundsätzlich verborgen bleibt.

Dionysisch
Dionysisch bezeichnet nach Nietzsche eine Lebens- und Weltauffassung, die das Rauschhafte, Triebhafte und Kreative betont und im Gegensatz zum Apollinischen das Ungeordnete und Chaotische in der Kultur hervorhebt.

Disjunktion
Disjunktion ist ein logischer Operator, der die Alternative zwischen zwei Aussagen ausdrückt, wobei mindestens eine der Aussagen wahr sein muss, damit die Gesamtbehauptung wahr ist.

Diskurs
Diskurs ist in der Philosophie eine strukturierte Form der Kommunikation oder Argumentation, in der durch rationale Auseinandersetzung und Sprachregeln Erkenntnis und Wahrheit angestrebt werden, wie es etwa bei Habermas zentral ist.

Diskursivität, diskursiv
Diskursivität bezeichnet die Eigenschaft des Denkens oder Sprechens, sich in aufeinanderfolgenden Schritten, also nicht-intuitiv, sondern begrifflich und argumentativ, zu vollziehen.

Diskurstheorie, Diskursethik
Diskurstheorie und Diskursethik sind philosophische Ansätze, die die Geltung von Normen und die Begründung von Moral durch die Bedingungen und Regeln vernünftiger Kommunikation im Diskurs bestimmen, wie insbesondere bei Habermas und Apel.

Disposition
Disposition bezeichnet in der Philosophie eine Anlage, Fähigkeit oder Bereitschaft eines Subjekts oder Objekts, unter bestimmten Bedingungen ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Eigenschaft zu zeigen.

Disputatio
Disputatio ist eine aus dem Mittelalter stammende Form der wissenschaftlichen Streit- und Lehrgespräche, bei denen durch argumentativen Austausch von Thesen und Antithesen Erkenntnis und Wahrheitsfindung angestrebt werden.

Disquotationstheorie
Die Disquotationstheorie ist eine semantische Theorie der Wahrheit, nach der die Zuschreibung von Wahrheit an einen Satz lediglich dessen Behauptung ohne Anführungszeichen bedeutet, etwa: ‚Es ist wahr, dass Schnee weiß ist‘ heißt nichts anderes als ‚Schnee ist weiß‘.

Distinctio
Distinctio ist ein philosophischer Begriff für die Unterscheidung oder Differenzierung von Begriffen, Sachverhalten oder Entitäten, die für die Klarheit und Präzision des Denkens wesentlich ist.

Distributiv
Distributiv bezeichnet in der Logik und Mathematik eine Eigenschaft von Operationen, bei denen eine Verknüpfung mit mehreren Elementen auf die einzelnen Elemente verteilt werden kann, was auch in philosophischen Analysen von Gerechtigkeit oder Sprache relevant ist.

Distributivgesetze
Distributivgesetze sind logische oder mathematische Regeln, nach denen eine Operation auf eine Kombination von Elementen verteilt werden kann, etwa das Distributivgesetz der Multiplikation über der Addition.

Disziplinargesellschaft
Disziplinargesellschaft ist ein von Michel Foucault geprägter Begriff, der eine Gesellschaftsform beschreibt, in der durch Institutionen und Machttechniken das Verhalten der Individuen systematisch überwacht und geregelt wird.

Divination
Divination bezeichnet im philosophischen und religiösen Kontext die Praxis der Weissagung oder Zukunftsdeutung, bei der versucht wird, aus Zeichen, Träumen oder Orakeln Erkenntnisse über kommende Ereignisse zu gewinnen.

Docta ignorantia
Docta ignorantia, die „gelehrte Unwissenheit“, ist ein von Nikolaus von Kues geprägter Begriff, der die Einsicht in die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens angesichts des Unendlichen oder Göttlichen bezeichnet.

Dogmatismus
Dogmatismus ist eine philosophische Haltung, die bestimmte Überzeugungen oder Lehrsätze als unumstößlich und nicht hinterfragbar ansieht und damit der kritischen Reflexion entzieht.

Doppelgänger-Argument
Das Doppelgänger-Argument ist ein philosophisches Gedankenexperiment, das zeigt, dass zwei äußerlich identische Individuen unterschiedliche mentale Zustände oder Bedeutungen haben können, was für die Diskussion um Bewusstsein und Bedeutung relevant ist.

Doppelte Wahrheit
Die Lehre von der doppelten Wahrheit besagt, dass es zwei unterschiedliche Wahrheiten geben kann, eine philosophische und eine theologische, die sich widersprechen können, ohne dass eine die andere aufhebt, wie es im Mittelalter diskutiert wurde.

Dorfbarbier
Das Dorfbarbier-Paradoxon ist ein logisches Paradoxon, das die Problematik selbstbezüglicher Definitionen illustriert, indem gefragt wird, wer den Barbier rasiert, wenn er genau diejenigen rasiert, die sich nicht selbst rasieren.

Doxa
Doxa bezeichnet in der antiken Philosophie, insbesondere bei Platon, die bloße Meinung oder das vorläufige, nicht gesicherte Wissen im Gegensatz zur episteme, dem wahren Wissen.

Drang
Drang ist ein Begriff aus der Anthropologie und Psychologie, der einen inneren Antrieb oder Impuls beschreibt, der das menschliche Handeln motiviert und auf bestimmte Ziele oder Bedürfnisse ausgerichtet ist.

Dreistadiengesetz
Das Dreistadiengesetz ist eine von Auguste Comte formulierte Theorie, nach der die Menschheitsgeschichte in drei aufeinanderfolgende Entwicklungsstadien – das theologische, das metaphysische und das positive Stadium – unterteilt werden kann.

Dritter Mensch
Das Argument vom dritten Menschen ist ein von Aristoteles gegen Platons Ideenlehre vorgebrachtes logisches Paradoxon, das zeigt, dass die Annahme einer Idee zur Erklärung der Gemeinsamkeit mehrerer Dinge zu einem unendlichen Regress führt.

Dualismus
Dualismus bezeichnet in der Philosophie jede Lehre, die die Wirklichkeit grundsätzlich in zwei einander entgegengesetzte Prinzipien oder Substanzen, etwa Geist und Materie, unterteilt.

Dualismus in der Philosophie des Geistes
Der Dualismus in der Philosophie des Geistes ist die Position, dass mentale Phänomene und physische Prozesse zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Entitäten oder Zuständen sind, die nicht aufeinander reduzierbar sind.

Duhem-Quine-These
Die Duhem-Quine-These besagt, dass empirische Hypothesen nie isoliert, sondern nur im Verbund mit anderen Annahmen getestet werden können, sodass eine Falsifikation stets mehrere Komponenten betrifft und nicht eindeutig einer einzelnen Hypothese zugeordnet werden kann.

Dynamik
Ursprünglich Veränderungen in den Ausprägungen von Messgrößen unter Einfluss physikalischer Kräfte; bspw. Veränderungen in der Lautstärke eines Musikstücks (vgl. Volatilität).

Dynamik, spezielle
Der Begriff der Dynamik findet in vielen Bereichen Anwendung; bspw. In der Lehre vom Wirken innerseelischer Kräfte (Psychodynamik), der Lehre von den Vorgängen in Gruppen (Gruppendynamik) oder der Lehre von den Bewegungen in Maschinen (Maschinendynamik).

Dynamikumfang
Der Bereich von der höchstmöglichen bis zu der geringstmöglichen Ausprägung einer Messgröße.