gemeinsam mit anderen - The And and Friends
1239
page-template-default,page,page-id-1239,bridge-core-1.0.6,qode-listing-1.0.1,qode-quick-links-1.0,qode-restaurant-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,qode-page-loading-effect-enabled,,paspartu_enabled,paspartu_on_bottom_fixed,hide_top_bar_on_mobile_header,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-18.2,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.0.5,vc_responsive

gemeinsam mit anderen

Kooperationen führen

Ein Mensch kommt weder allein zur Welt, noch kann er allein überleben. Auf seine biologische Ankunft folgt die lange Vorbereitung seiner sozialen Ankunft durch Sozialisation – durch Erziehung, Bildung, Ausbildung und Wiederholung.

Ob in Familien, Organisationen oder Nationen, überall wird mit großem Einsatz darauf hingewirkt, dass Mitglieder ihren Platz in Bezug zu anderen finden. Bei aller immer wieder mal aufkommenden Kritik an Inhalten und Wegen: Der Vorgang selbst bleibt unstrittig. Gleiche verinnerlichte Werte und Regeln fördern Begegnungen. Das Selbstverständliche verbindet. Es erleichtert Anschluss, Teilhabe und Zusammenarbeit.

Ein zweiter Grund: Gruppen ermöglichen Leistungen, die die Möglichkeiten Einzelner überschreiten. Produkte und Dienste gehen hervor aus einem Ineinandergreifen aufeinander abgestimmter Beiträge. Menschen nehmen sie in Anspruch. Gleichzeitig sind sie an anderer Stelle für andere in vergleichbare Prozesse eingebunden. Der Vorteil der Gruppe führt in die Kooperation.

Zehn Facetten zur Einführung

Zusammenarbeit ist kein zufälliges Zusammenwirken. Kooperationen beruhen in der einen oder anderen Form auf Gegenseitigkeit. Es sind sinnstiftende Orte. Sie werden von Kooperierenden gestaltet, gegenüber Alternativen bevorzugt, gegen Störungen geschützt und in vielen Fällen bei Verletzungen geheilt.

Selbstkenntnis

Wer mit anderen kooperiert, möchte in der Regel gerne wissen, mit wem er kooperiert. Oft reichen schon ein oder zwei Eindrücke und die ersten Urteile sind gefällt. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass es zwar Auslöser gab, aber die tieferen Ursachen für die Urteile in den Urteilenden – insbesondere in ihren Erfahrungen – liegen. Darum ist es wichtig, sich selbst zu kennen. Das hilft bei der Einschätzung, wer man selbst für andere ist oder sein könnte und wie andere möglichweise darauf reagieren.

Rollenkenntnis

Ein Mensch geht mit Erwartungen an andere in eine Zusammenarbeit und trifft auf Menschen, die Erwartungen an ihn haben. Die Erwartungen der anderen können sich zu einer ihm zugedachten Rolle verdichten. Im Austausch erleben alle, ob die zusammentreffenden Erwartungen harmonieren. Je besser sich die Erwartungen verbinden, desto fließender ist die Zusammenarbeit. Wenn nicht, kommt es zu Störungen und Neuordnungen. Dafür ist ein gutes Maß an Selbst- und Rollenkenntnis hilfreich.

Kultur

Kultur repräsentiert, wie etwas im allgemeinen erfasst, erklärt, entschieden, ausgeführt und bewertet wird. Sie gleicht einem Kondensat aus erfolgreich wiederholten Erwartungen und Erwartungserwartungen. So stellt sie verlässliche Interpretationen in Aussicht und hilft dabei, aus Wahrnehmungen sozial anschlussfähige Vorstellungen abzuleiten. Sie bietet Sicherheit und unterstützt die Bildung von Vertrauen. Sie ist in Gewohnheiten verankert. Entsprechend schwer ist ihre Veränderung.

Diversität

Ähnlichkeit stützt den Zusammenhalt, Unterschiedlichkeit die Lösungssuche. Liegen viele Wechselwirkungen vor, ist die Verbindung vieler Kompetenzen nützlich. Doch Diversität ist immer eine Herausforderung. Es sind mehr Ansichten zu beachten, mehr Entscheidungen zu treffen und mehr Enttäuschungen auszuhalten. Nicht irgendeine, sondern eine passende Diversität, ist gewünscht. Eine, die die Vielfalt der Fragestellungen abdeckt und das richtige Maß an Irritation für die weitere Entwicklung bietet.

Kommunikation

Kommunikation ist ein Spiegel der notwendigen Gleichzeitigkeit von Gleichheit und Differenz. Es bedarf gut vertrauter Mittel, wie der Sprache, um durch sie mitteilenswerte Unterschiede zu kommunizieren. Jeder Beitrag in einer Kommunikation ist ein Angebot zu einer Antwort durch Interpretation und Reaktion. Erst in Kenntnis der Antwort kann der Glaube entstehen, vom Gegenüber verstanden worden zu sein. Momente erlebter Verständigung stiften Sinn. Sie wirken handlungsleitend. Durch sie wird Kooperation möglich.

Organisation

Ein Ziel der Kommunikation in einer Kooperation ist die Organisation und damit das geordnete Zusammenwirken der Akteure in ihrer wechselseitigen Bezugnahme. Zwei Dinge sind dabei wichtig: Die Beherrschung von Wegen zur bewussten Selbsttäuschung über die Planbarkeit von Entwicklungen und die Pflege von Potenzialen, die bei Abweichungen schnelle Anpassungen bis hin zu vollständigen Richtungswechseln ermöglichen. Die Güte der Organisation steht in Beziehung zu den eingesetzten Mitteln der Fremd- und Selbstorganisation.

Mikropolitik

Unter den Begriff der Mikropolitik fallen Vorgehensweisen zur Gewinnung von Einfluss in der Zusammenarbeit mit anderen. Ob für die eigene Person oder den eigenen Bereich, das Ziel ist, sich mehr Optionen für Entscheidungen zu erschließen bzw. sich vor Kontrollen oder Einschränkungen zu schützen. Thematisiert werden mikropolitische Aktivitäten selten. Wer sie beherrscht schweigt, um seinen Einfluss nicht zu verlieren und wer sie nicht beherrscht schweigt meist, um seine Einflusslosigkeit nicht zu zeigen.

Konflikt

Wo Menschen die Befriedigung ihrer Interessen und Bedürfnisse anstreben, sind Konflikte nicht weit. Jede Veränderung in den Beziehungen ist ein Moment der Neujustierung. In vielen Fällen geschieht das ohne Probleme. In einigen Fällen sind die Differenzen jedoch groß. Erwünschte Abläufe geraten in unerwünschter Weise ins Stocken oder kommen zum Stillstand. Konflikte kosten Kraft. Doch sie mobilisieren auch Energien, erzeugen Bewusstsein und bewirken ein Durchdenken und Neugestalten der Verhältnisse.

Entwicklung

Eine Kooperation bedarf der fortwährenden Selbstaktualisierung. Sie will an neue Bedingungen angepasst, in der Sache vorangetrieben und in ihrer Notwendigkeit bestätigt werden – sonst zerfällt sie. Sie ist ein Mittel, um etwas zu erreichen und ohne Entwicklung nicht denkbar. Es ist eine Aufgabe für jeden Beteiligten, die anderen zum Vorteil für die gemeinsamen und eigenen Ziele mitzudenken und sie nicht in ihrem Potenzial der Verengung, sondern der Erweiterung von Möglichkeiten, zu adressieren.

Kontext

Eine Kooperation ist gebunden an natürliche und gesellschaftliche Voraussetzungen. Beide bilden einen Hintergrund, der Einfluss auf die Beteiligten, deren Zusammenspiel und die zu bearbeitende Fragestellung nimmt. Der Kontext ist nie in seiner Ganzheit wirksam, sondern immer nur in Form der Gestalten, die die Beteiligten aus ihm mittels ihrer Wahrnehmung entlang ihrer Interessen und Bedürfnisse herausschneiden. Der Kontext ist ein Möglichkeitsraum für die Konstruktion nützlicher Wahrheiten.